9. Juli 2021

Ein bis zweimal pro Monat sowie nach Terminvereinbarung stehen – im Rahmen eines Pilotprojektes – in den acht Salzburger Pfarrkindergärten eine SozialarbeiterIn für eine Sozialberatung im Kindergarten zur Verfügung. Die Eltern bekommen bei Bedarf eine umfassende Beratung und Begleitung oder können sich über Möglichkeiten der Förderung und finanzieller Unterstützung sowie über zuständige Stellen und Behörden informieren. Natürlich ist die Beratung freiwillig, kostenlos und vertraulich.

„Wir wollen mit diesem niederschwelligen Angebot die Eltern dort abholen und beraten, wo sie täglich sind: im Kindergarten. Viele Eltern schaffen es aufgrund prekärer Lebensverhältnisse nicht mehr, die Existenz der Familie abzusichern. Dies führt oft zu Überforderung und wirkt sich auf das Familienleben aus. Der Kindergarten wirkt sozusagen als ‚soziales Frühwarnsystem‘, da die Kinder die Sorgen von zu Hause in den Kindergarten mittragen“, erklärt Johannes Dines, Direktor der Caritas Salzburg und Mitglied im Stiftungsrat der St. Erentrudis Stiftung Salzburg.

Niederschwelliges und offenes Angebot für die Eltern

Für die Eltern bedeutet das Angebot kompetente Sozialberatung ohne zusätzliche Wege, umfassende Unterstützung bei Fragen zu Förderungen und weiterführende Begleitung. Das Angebot gibt es ab sofort in den acht Pfarrkindergärten der St. Erentrudis-Stiftung: „Ich freue mich sehr, dass wir Sozialberatung anbieten und genau auf die Sorgen und Nöte der Eltern eingehen können“, sagt Andrea Schmid, Geschäftsführerin der St. Erentrudis-Stiftung und stellvertretende Direktorin der Caritas Salzburg und setzt fort: „Das wertet unsere Kindergärten noch weiter auf und wir hoffen, dass das Pilotprojekt eine Initialzündung auch für andere Kindergärten sein wird.“

Silvana Engertsberger, Projektleiterin der Caritas Salzburg: „Wir wissen, dass viele Menschen Förderungen nicht in Anspruch nehmen, obwohl sie ihnen zustehen würden. Einfach deshalb, weil sie zu wenig informiert sind oder nicht wissen, wo sie die Information erhalten. Hier wollen wir den Eltern entgegenkommen und den Zugang zur Beratung so einfach wie nur möglich gestalten.“

Beratung entlastet die Pädagoginnen

Die Erfahrung zeigt: Oft sprechen Eltern mit den Kindergartenpädagog*innen über ihre alltäglichen Sorgen und Nöte. Das Angebot der Caritas hat zum Ziel, die Pädagog*innen zu entlasten, indem sie eine kompetente Anlaufstelle haben, mit der sie sich austauschen können und an die sie auch weiterverweisen können. Und für die Eltern ist es eine Erleichterung, wenn sie jemand Außenstehenden zum Reden haben und eine kostenlose Sozialberatung in Anspruch nehmen können. „Wichtig ist der Vertrauensaufbau. Bei manchen Familien braucht es eine längerfristige Begleitung, um die Situation zu stabilisieren und nachhaltig zu arbeiten. Sonst tauchen dieselben Probleme in einem halben Jahr wieder auf“, sagt Engertsberger.

Claudia Zelinsky, Leiterin des Pfarrkindergartens Herrnau: „Ich finde mobile Sozialarbeit, die direkt im Kindergarten stattfindet, großartig! Hier wird Menschen geholfen, die Probleme im Alltag haben, ob sprachliche Barrieren oder finanzielle Mittel. Gerade Eltern, die sich nicht von selbst trauen, Unterstützung anzufordern, treffen vor Ort mit dem Projekt zusammen und bekommen Hilfe. Mosaik ist nahe beim Klienten. Die Hilfe wird dort angeboten, wo sie gebraucht wird.“

Jule Klink, Elternvertreterin des Pfarrkindergartens Herrnau: „Uns ist das Projekt MOSAIK im Rahmen eines Informationsabends für die Elternbeiräte und bei unserem Elterncafé vorgestellt worden. Ich begrüße das Projekt sehr und freue mich, dass wir als Eltern und auch die Pädagoginnen die Möglichkeit haben, ganz einfach und unkompliziert um Unterstützung bitten zu können. Gerade bei Themen, wo es vielleicht nicht so leichtfällt, Hilfe in Anspruch zu nehmen, kann man sich an Frau Engertsberger, ‚ein bekanntes Gesicht‘ in unserem Kindergarten wenden.“

Das Projekt wird vom Sozialministerium über den „Fonds zur Sonderrichtlinie „Covid-19 Armutsbekämpfung“ des Bundesministeriums für Gesundheit, Soziales, Pflege und Konsumentenschutz bis 30. April 2022 gefördert.