10. Mai 2022

Offen. Mitten in der Stadt, in Salzburg-St. Elisabeth, gleicht der Pfarrkindergarten einer Oase. Mit dem großzügigen Garten und der Pfarrkirche samt Bibelwelt gleich nebenan wirkt er schon besonders. Das wahre Geheimnis liegt aber woanders: es ist der interessierte Umgang mit Menschen, mit ihren Kulturen und Eigenschaften. Und die spürbare Herzenswärme im Team.

Salzburg-St. Elisabeth. Heute ist Kasperltheater. Aufgeregt wuseln die Kinder herum und machen sich bereit für Kasperls Auftritt. Die Puppen stecken nicht auf den Händen von professionellen Puppenspielern, nein, ihnen hauchen Eltern der Kindergartenkinder Leben ein. „Die Eltern in den Kindergartenalltag einzubinden ist ein wichtiger Schwerpunkt“, sagt die Leiterin Sandra Kobler. Sie genießt seit sieben Jahren jeden Tag die Arbeit mit den Kindern im interkulturellen Pfarrkindergarten St. Elisabeth.

Stolz ist sie auf ihr vielfältiges Team, das aus verschiedensprachigen Menschen und nicht nur aus Frauen besteht: ein Pädagoge und ein kurdischer Pflegehelfer sind genau-so im Team, wie eine brasilianische Helferin, eine Sprachförderin mit türkischen Wurzeln oder jene Kollegin, die gerade die Fastenregeln des Ramadan einhält. „Sie erzählt den Kindern wie es ihr damit geht und alle gemeinsam freuen sich schon auf das kleine Zucker-fest, das wir mit ihr feiern werden“, beschreibt Kobler den Austausch der Kulturen.

Aufwachsen mit Jesus in der Mitte Nikolausfeiern, Martinsfeste und Weihnachtsfeiern gehören zum Standardrepertoire in Kindergärten. In St. Elisabeth geht die pastorale Arbeit weit darüber hinaus. Die Kinder gestalten Familiengottesdienste in der Pfarrkirche mit, Familieneinkehrtage stehen genauso auf dem Programm wie eine Berg-messe auf der Erentrudisalm. Pfarrer Heinrich Wagner begeistert die Kinder auf dem Spielteppich im Gruppenraum mit seinen Bibelgeschichten. Ein eigenes Fest bekommt die heilige Elisabeth von Thüringen. In Erinnerung an ihre Geschichte mit dem Korb vol-er Rosen, wird das ganze Fest „rosig“ gestalet. Gesegnet werden dabei alle zwei Jahre nicht Martinskipferl, sondern Germteigrosen.

„Wenn es uns im Kindergarten zu eng wird, gehen wir gerne in die Kirche hinüber, da gibt es Platz, um großflächig zu malen oder neue Stationen in der Bibelwelt auszuprobieren“, erzählt Kobler über das benachbarte Gottes-haus als Raum für die Kinder. Als ein Garten-fest ins Wasser zu fallen drohte, hatte Pfarrer Heinrich Wagner die rettende Idee: „Es regnete fürchterlich, da ließ unser Pfarrer die ganze Hüpfburg einfach in der Kirche auf-stellen.“ Auch so geht Kirche.

Pfarrkindergarten Elisabeth

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