6. März 2026

Viele Kinder wachsen neben Deutsch mit einer oder mehreren weiteren Sprachen auf (auch Dialekt kann als weitere Sprache gesehen werden), sei es durch ihre Familie, Verwandte im Ausland oder internationale Lebenswege. Diese Vielfalt ist eine wertvolle Ressource für Kinder, Familien und Bildungseinrichtungen. Kinder sind von Geburt an in der Lage, mehrere Sprachen gleichzeitig zu erwerben. Sie lernen früh, zwischen Sprachen zu unterscheiden, und entwickeln ein gutes Gefühl für sprachliche Strukturen. Auch kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Perspektivenwechsel und Problemlösung können durch Mehrsprachigkeit positiv beeinflusst werden.

Die Grundlage für das Lernen weiterer Sprachen ist eine gut entwickelte Familiensprache. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern mit ihren Kindern in jener Sprache sprechen, in der sie sich sicher und emotional verbunden fühlen. Unsere Sprache ist Teil unserer Identität. Wenn Kinder also erleben, dass ihre Familiensprache im Kindergarten oder in der Schule gesehen wird, stärkt das ihr Selbstwertgefühl und ihr Zugehörigkeitsgefühl. Das wiederum lässt sie offen und selbstbewusst sprechen. Entscheidend ist nicht, möglichst früh „perfektes“ Deutsch zu sprechen, sondern lebendige Kommunikation zu ermöglichen: erzählen, erklären, diskutieren, vorlesen, singen und spielen – all das fördert Sprachentwicklung.

 

Wie können Eltern Ihre Kinder unterstützen:

  1. In der stärksten Sprache sprechen: Verwenden Sie im Alltag jene Sprache, in der Sie sich sicher fühlen. In der sie Witze erzählen und Gefühle äußern können. Eine stabile sprachliche Basis ist wichtiger als sprachliche Perfektion.
  2. Viel miteinander sprechen: Alltagsgespräche, gemeinsam Kochen, Vorlesen, Erzählen von Erlebnissen oder Singen fördern Wortschatz und Ausdrucksfähigkeit.
  3. Regelmäßige Kontakte ermöglichen: Der Besuch von Kindergarten, Freizeitangeboten und co. unterstützt das Erlernen der deutschen Sprache und schafft soziale Kontakte.
  4. Positives Sprachklima schaffen: Sprechen Sie wertschätzend über alle Sprachen. Kinder spüren, welche Sprache Anerkennung erfährt.

 

Stephanie Hamberger, MA
Fachstelle sprachliche Bildung und Förderung

 

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